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GRAIN DE SEL - SALZKORN MEIN FOODBLOG

Loop: Broccoli-Cheese-Fritters

Dienstag, 13. Januar 2026

 

Beginne ich das neue Jahr wie ich das alte beendet habe: einfache Landküche für jeden Tag, bref: mit Gemüseküche samt Gemüse-Puffer. Sowie weiterhin musikalischer Unterlegung. Angedacht fürs normale, einfache Volk. Also für all jene, die sich graue Tage gerne bunt kochen, für all jene, die sich nicht davor drücken, eine eigene Meinung zu entwickeln, für alle Gegen-den-Strom-Schwimmer, für Menschen mit âme rebelle wie in der Drôme, mit Natur-, Gemüse- und Küchenbezug, halt für alle, die sich das Leben etwas schöner kochen wollen. Sucht euch was aus.

Die Süßkartoffel-Gnocchi kennt ihr bereits. Ich liebe sie. Best of. Und so leicht kann man das Rezept mengenmäßig strecken. Sie werden am nächsten Tag nur noch knuspriger! Zigfach habe ich sie schon auf den Tisch gebracht. 

Verschriftlicht habe ich auch endlich mal mein Gewürzrotkraut. Mit Rotwein, genau wie es die Omas zubereitet haben. Auch das Rotkraut schmeckt am nächsten Tag aufgewärmt nochmals besser.



Das hundertundeinste Gemüsepflanzerl bildet den Mittelpunkt - Gnocchi und Rotkohl waren nämlich Reste vom Vortag - ihr habt es euch vermutlich bereits gedacht. Fritters mit viel Brokkoli und viel Käse. Kann nicht anders als schmecken. Außerdem halten sie gut zusammen, die Konsistenz stimmt und viel Öl zum Braten benötigen sie nicht - lauter wichtige Pflanzerl-Qualitätsmerkmale!


Zutaten 2P/ 7 Stück:

1 Brokkoli
2 EL Mehl (m: Dinkel 1050)
1 EL Kartoffel-Stärke
1 Ei
1/2 Feta (ca. 100-125g)
60g Käse, gerieben (m: Comté)
2 EL Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl

Zubereitung:

Brokkoli in Röschen teilen, Stiel schälen und klein schneiden und über Wasserdampf garen (nicht in Wasser kochen - sonst gehen die Vitamine im Wasser flöten).

Wenn der Brokkoli gar ist, diesen etwas abkühlen lassen, dann mit einem großen Messer fein bis mittelfein wiegen. 

Alle Zutaten miteinander vermengen, Feta-Käse dafür mittelfein gekrümmelt. Und dann mit den Händen 7 Kugeln formen und platt drücken. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Fitters von beiden Seiten goldbraun braten.


Zutaten 4P:

1 Rotkohl
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 TL Rohrzucker
150ml Rotwein
60ml Balsamico-Essig
100ml Gemüsebrühe
1 EL Tamari
2 EL Preiselbeeren
1 Sternanis
2 Nelken
1 Stück Zimt
4 Piment-Körner
7 Pefferkörner
1/2 TL Kreuzkümmel
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Thymian
Olivenöl

Zubereitung:

Gewürze - Sternanis, Nelke, Zimt, Piment, Pfeffer, Kreuzkümmel) in einem schweren Topf ohne Fett anrösten bis sie duften und in ein Gewürzsäckchen (Teebeutel) füllen. 

Rotkohl vierteln, Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln schälen, halbieren und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Zwiebeln im erhitzen Olivenöl glasig dünsten, fein gewürfelten Knofi und Rohrzucker zufügen und kurz mitschwitzen. Rotkohl zufügen, Rotwein, Balsamico und Gemüsebrühe zufügen, ca. 1 TL Salz, das Gewürzsäckchen, Lorbeerblätter und Thymian sowie die Preiselbeeren. Deckel auflegen und bei sanfter Hitze in ca einer Stunde weich garen. Gegebenenfalls noch etwas Gemüsebrühe anschütten, sollte wärend des Kochens zuviel Flüssigkeit verdampfen. Abschmecken mit Tamari (eventeull noch etwas Balsamico und Rohrzucker). 

Vor dem Servieren Gewürzsäckchen und Lorbeerblätter entfernen.


Der Stern von Bethlehem

Donnerstag, 25. Dezember 2025

©Wolfram Bleul
 

Ist nur einer von 18 ooo ooo ooo, einer von achtzehn Milliarden! Unser Gehirn kann sich das nicht vorstellen, es kommt da (noch?) nicht mit. Derzeit UNVORSTELLBAR! So bleibt nur  STAUNEN und daraus werden Fragen (und wer keine Fragen mehr hat, ist innerlich leblos).

Ein Stern in einem begrenzten, unglaublich großen Raum. Das sichtbare Universum ist etwa 93 Milliarden LICHTJAHRE groß und dehnt sich ständig immer weiter aus.. Unser Gehirn kann das (noch?) nicht erfassen, derzeit UNVORSTELLBAR.

Die sichtbare Materie im Weltraum ist unermesslich schwer, sie schwebt frei und bricht nicht zusammen. Sie schafft konkrete Systeme zueinander, alles hängt zusammen und ist doch ständig in Bewegung ohne zu kollabieren. Unser Sonnensystem schwimmt im Weltraum und verändert dabei stetig ein wenig seine Position.  Und doch funktioniert alles auf seine Weise und hat einen Plan – da bleibt nur fassungsloses Staunen

Dieser fast unendliche  Raum besitzt das Gehirn und die Schaltzentrale für unsere sichtbare Welt im Allgemeinen, aber auch für uns, für unser Leben, für alles Leben auf der Erde  und ebenso für das Leben und den Ablauf im sichtbaren Weltraum. Alles nimmt Einfluss. UNVORSTELLBAR.

Die Steigerung von unvorstellbar, falls das jemand überhaupt erahnen kann aber ist, dass jedes Individuum auf der Erde von einer Macht individuell geführt und begleitet wird, entsprechend seinem Wesen. Und das bei derzeit mehr als 8,2 Milliarden Menschen. Jeder Einzelne für sich alleine hat einen Plan und eine Führung. UNFASSBAR !

Unser Gehirn besteht aus 16 Milliarden Zellen und es werden mehr. Unglaublich! Es Läuft der Entwicklung ständig hinterher! Und es gewöhnt sich nur sehr mühselig an jede kleine neue Veränderung. Aber wir Menschen haben verpflichtend die Aufgabe, uns selbst zu verändern, zu verwandeln. Uns selbst persönlich zuerst! Das Feld der neuen Zeitenwende stellt erneut dringlicher denn je die alten Fragen: woher kommen wir? Und nur wer sich bewusst macht, wo genau er gerade steht,  kann herausfinden, w o h i n  er will und kann sich entsprechend weiter schöpfen (menschliche Eigenschaft). Wir sind in der Lage, unsere Zukunft individuell mitzugestalten. In der polaren Welt (Materie) bedeutet jedes Annehmen des Gegenpols eine neue Konzeption – wodurch ein neuer Gegenpol entsteht. Immer wieder und wieder.

UND DAS IST V O R S T E L L B A R.

Unser individueller Geist schöpft uns ständig aufs Neue weiter. Von unserem jetzigen irdisch-materiellen Zustand aus sind andere verschiedenartige Räume zwangsläufig unsichtbar, sowohl jene, aus denen wir kommen als auch jene, die auf unseren jetzigen Zustand folgen. Nur der eigene, kontrollierte und entwickelte „Geist“ ist in der Lage, bedingt in andere Zustände zu wechseln und Kontakt mit bestimmten Räumen aufzunehmen. Es braucht immer Mut, sich Wandlung, Veränderung, Neuem, Großem, Übergroßem zu stellen. Aber nur Mut: jeder wird individuell geführt.

Um die alte Zeit zu überwinden, um sich selbst zu überwinden, um in neue Räume, um in ein neues „Zeitfeld“, um in neue Räume zu gelangen, bedarf es,

*dass wir uns bekennen zur natürlichen Welt. Die Irrlichter der künstlichen Welt lecken das Gold vom Allerheiligsten, ziehen weiter und verschwinden im Nichts. Siehe auch „Das Märchen“ von Goethe, Verständnis der Symbolsprache ist aber Voraussetzung.

* dass wir selbst viel, viel grösser denken und ängstliche Spaghetti-Gedanken aus unserem Gehirn werfen,

* dass wir selbst viel, viel mutiger und stiller werden, 

* dass wir individuell viel, viel mehr an uns selbst glauben,

* dass wir ständig, also täglich  mit dem Weltraum oder dem höchsten   Geist reden, uns dem Weltraum anvertrauen und uns auf diese Weise innerlich offen legen, dadurch uns über uns selbst bewusst werden (z.B. durch „formulieren“) und unser Herz erleichtern. Nur der, der sich sehnsuchtsvoll und oft auch in tiefstem Leid an seinen ihn führenden Geist wendet, erhält Antworten und kommt in die Zwiesprache. Ob in der Wüste oder auf hoher See, ob alleine im Bett oder an gewohnten und ungewohnten Orten, eine Verbindung ist fast überall möglich.

Nur der, dessen Herz "..leichter ist als eine Feder .." kann alte Räume überwinden und in neue Räume oder in andere Ebenen gelangen (altägyptisches Totenbuch).

 

Allen ein nachdenkliches und friedliches Weihnachtsfest 2025

Möge der Blick in den Nachthimmel Sehnsüchte in Euch wecken! Aber Friede kann nur individuell im  Inneren eines jeden Einzelnen beginnen. F.

Adventskalender♥️24♥️

Mittwoch, 24. Dezember 2025

 

An Weihnachten
auf Wein achten

las ich gestern die Werbung eines Weinguts.

Oh mann, dachte ich mir, thats the spirit! Was treibe ich denn da eigentlich mit meinem Adventskalender. Viel ernster ist er geworden, als er angedacht war. Musik soll schließlich die Stimmung heben.. Aber tja, für mich ist Liebe etwas Heiliges - wie dem anders begegnen als mit Ernst?!

Währenddessen sucht die große Mehrheit nach dem glatten Gegenteil: nach Tingeltangel, Ablenkung und Entertainment. Vor Weihnachten nimmt der ganze Konsumwahnsinn sowieso erst richtig an Fahrt auf. Wer hat da Sinn und Zeit, sich tiefere Gedanken zu machen. Mach ich mir nix vor: meine Ernsthaftigkeit steht diesem Strom wie polar gegenüber. Vielleicht mache ich den Geisterfahrer... auch okay.

Für das Türchen des Heiligen Abends meines Liebeslied-Adventskalenders habe ich das Adagio aus Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 herausgesucht. Ihr dürft nicht hingucken - versprecht es mir -  ihr müßt euch bitte unbedingt ganz aufs Hören konzentrieren. Dieses Adagio ist so zart und hingebungsvoll, dass es weh tut. Ich möchte behaupten, jeder erinnert sich an den Moment, an dem er es zum ersten Mal hörte. Eine Melodie, die bis ins Mark berührt. Beethoven war, als er es komponierte, bereits komplett taub. Beethoven - so begnadet, so gepeinigt. Diejenigen, die ähnlich empfindsam und einfühlsam wie der Habib sind, erkennen das Gebet hinter jeden Note Beethovens.

Aus Goethes Werk spricht genauso unverkennbar die Verbindung mit der geistigen Welt - für manches braucht es den Schlüssel eines gleichfalls Eingeweihten, um sich die verborgene Weisheit ganz zu erschließen. In *Die Bekenntnisse einer schönen Seele* gewährt Goethe ganz offen tiefe Einblicke, wie ein Draht zu *der unsichtbaren Welt* im Innersten zu knüpfen ist. Die Fäden dieses Bands bestehen aus Inbrunst, Sehnsucht, Hingabe, Fragen, Leid, Not, Urvertrauen...

Entsprechend liest sich auch das folgende Gedicht als Zeugnis eines freien Menschen, der Verbindung zu SEINEM Gott, wie auch immer man dieses höchste Wesen nennen will, pflegt und ein Loblied singt auf dessen Macht und Kraft und Herrlichkeit:


Das UNSER VATER, ein schön Gebet,
Es dient und hilft in allen Nöten,
Wenn einer auch VATER UNSER fleht,
in Gottes Namen, laß ihn beten.
....
Was wär ein Gott, der nur von außen stieße,
im Kreis das All am Finger laufen ließet!
Ihm ziemts, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu heben,
so daß, was in Ihm lebt und webt und ist,
Nie seine Kraft, nie Seinen Geist vermißt.
....
Im Innern ist ein Universum auch,
Daher der Völker löblicher Gebrauch,
Daß jeglicher das Beste, was er kennt,
Er Gott, ja seinen Gott bennent,
Im Himmel und Erden übergibt,
Ihn fürchtet, und womöglich liebt.


****    Einen schönen heiligen Abend euch    ****


Adventskalender♥️23

Dienstag, 23. Dezember 2025

 

Was ist eigentlich so schwer daran zu verstehen, dass wir hier nur auf Mars-Mission sind? Also besser gesagt: auf Erden-Mission. Ist das wirklich so schwer vorstellbar????

Schau dir den menschlichen Körper an und in welch verschiedenen Landschaften und Klimazonen er zurecht kommt: von ganz heiß, ganz kalt, ganz trocken, ganz feucht. Und? Dafür bleibt es sich trotzdem immer das gleiche Modell: bißchen kleiner oder größer, heller oder dunkler, mal ein paar mehr rote Blutkörperchen - aber die Anpassungen sind doch recht gering in Anbetracht der völlig unterschiedlichen Umgebungen. Viel mehr braucht es Wille, Mut, bref: den entsprechenden Geist um sich unwirklichen Lebensbedingungen zu adaptieren.

Zurück zu dem bereits veröffentlichten Bild: der Körper ist unser Raumschiff. 

Das Gefühl macht das Sonnensegel: es ist für die Strom-und Energieversorgung zuständig, dadurch funktioniert der Antrieb und das Raumschiff bewegt sich. Der Kopf und unsere mentalen Fähigkeiten repräsentieren den Bordcomputer: hier wird analysiert, gecheckt und neu berechnet.

Ideal wäre folgerichtig, dass ICH der Herrscher bin über meinen Körper (mein Raumschiff), meine Emotionen (meine Energieversorgung) und meine Gedanken (der Rechner). Erst wenn ich diese drei Dinge im Griff habe (Körper, Gefühl, Gedanken), dann erst bin ich SELBSTVERANTWORTLICHER Kapitän: - in aller Freiheit und in allen Abläufen. So habe ich mir mein Raumschiff zu eigen gemacht.

Und erst dann, wenn ich diese drei *Grundausstattungen* (Körper, Gefühl, Gedanken) beherrschend im Griff habe, bin ich überhaupt erst fähig, mit meinem Raumschiff Funkkontakt zur Bodenstation - zu unserer eigentlichen Heimat - aufzunehmen: als eigenständiges Wesen. Ich empfange Ideen, Anregungen, die mir helfen, die entsprechenden Erfahrungen zu machen um mich weiterentwickeln zu können. Aber: diese vier Wahrnehmungsebenen (Körper, Gefühl, Kopf, Spiritualität) wollen miteinander im Lot sein - sonst ist das seelische Gleichgewicht gestört und ICH nicht Kapitän des Raumschiffs. Der Weg dahin ist somit voller Fallstricke, weil das Gesunde immer aufs Messers Schneide steht.


Viele aberhunderte von Jahren hat sich die Evolution Zeit genommen, um den menschlichen Körper hervorzubringen, der exakt dafür entwickelt ist, um zu irdischen Bedingungen lebensfähig zu sein. Und zwar ausschließlich zu den Bedingungen dieses Planeten! Und? Was macht der Mensch damit?

Gleichzeitig ist dieses irdischen Leben jederzeit lebensgefährlich bedroht. Jeder von uns kann jederzeit sterben. Weder gibt es eine Garantie, nicht zu verunfallen noch alt zu werden. Aber wer macht sich schon Gedanken über den Tod? Oder das, was danach kommt?

Vielleicht regt euch eines der schönsten deutschen Liebeslieder dazu an, mal darüber nachzudenken (gefallen würde es mir) - Ohrwurm garantiert:


Adventskalender♥️22

Montag, 22. Dezember 2025

 

Gerade lese ich das Buch *Geboren mit Sand in den Augen* von Mano Dayak, welches von dem nomadischen Leben der Tuareg in der algerischen Wüste erzählt. Ich mag die erste Hälte sehr. Die Schilderungen stecken voller Weisheit. Den *größten aller verbotenen Gärten* nennt Mano Dayak seine Heimat, ein Ort, an dem das Leben ständig bedroht und *der Tod dem Augenlid näher als das Auge* ist. *Verlasse ja nie die Wüste, denn die Wüste reinigt die Seele... Fern von ihr bist du taub und blind*, schärfen die Tuareg-Mütter ihren Kindern ein. Der Habib kennt die beschriebenen Landschaften gut - vielfach kreuzte er alleine durch die endlosen Weiten der sich über gigantische 6000km erstreckende Wüste. Mit leuchtenden Augen schwärmt er bis heute von den nicht verblassenden Eindrücken.

Mano Dayak wird sich weit von seinem Geburtsort entfernen. Er lebt in New York, Paris, in der Hoffnung durch mehr Bildung irgendwann seinem vertriebenen und gedemütigten Volk helfen zu können. Dort, in den Großstädten, beobachtet er die Begegnungsunfähigkeit der Menschen. *Sie zeigen nur Geringschätzung und Gleichgültigkeit. Sie wissen nicht, dass das wahre Glück darin liegt, einem anderen Menschen zu begegnen und in seine Arme zu nehmen. Ihre Wüste macht mir Angst. Man muß sagen, daß sie keinen Orientierungspunkt haben. Die Sterne leuchten so selten am Himmel von Paris. Das macht die Menschen taub und blind.*

Wie poetisch und pathetisch formuliert. Es braucht den Ausblick in die Weite des Universums und seine Sterne, um sich orientieren zu können. Wer keinen Boden unter den Füßen hat, der hat auch keinen Himmel über sich , habe ich es genannt! Oder: Man muss immer wissen, wo man ist und wo man hin will, sonst geht man tot* lautet die Habib-Erkenntnis aus seinen Wüsten-Durchquerungen - etwas, das sich generell aufs Leben übertragen läßt.

Denn nur so ist man gerüstet, für ein weiteres, mystisches Paradox. Zuerst hat man sich selbst zu lieben, bevor man jemand anderen lieben kann. Man muß erst jemand sein, um überhaupt in Beziehung treten zu keinen. Es muß einen geben, es braucht einen Stand, eine Haltung, eine innere Feste, eine klare Ausrichtung -  dann erst kann man wirklich Kontakt zu einem anderen knüpfen. Man hat sich hinzuentwickeln zu einer einsamen Nomade im Weltraum, einem Einzelwesen, einem erstarkten Menschen mit Ichkraft, einem Freigeist ohne Ego, einem Menschen mit Ehrfurcht vor sich selbst aber ohne Dünkel und Selbstanmaßung (wie es Goethe formuliert), einem wahrhaftigen Individuum, dann, ja dann kann man hoffen auf echte, fruchtbare Verbindung. 

Auf dem Weg dahin lernt man neue Gefühle kennen, wie das von universeller Einsamkeit - aber auch von universeller Verbundenheit. Ich brauche nur den Blick in den Nachthimmel und sein Sternenzelt zu erheben, in die unermessliche Weite: alles hat seinen Platz, alles folgt einer Ordnung, alles steht in Zusammenhang untereinander. Und dann stellt sich bei mir tiefe Sehnsucht ein, meinen Platz und meine Verbindung in dieses große Ganze ebenfalls einnehmen zu dürfen. Dabei sing Marlene Dietrich, die mit einem meinen Literaten-Helden zusammen war, Erich Maria Remarque, für Türchen 22 meines Liebeslieder-Adventskalenders von ihrem Bezug zu sich selbst.


Adventskalender♥️♥️♥️♥️21

Sonntag, 21. Dezember 2025

 

Listen to your heart ♥️

Nur dein Herz kann dich führen. Nur dein Herz kann Kompass sein für den Irrgarten Erde. Nur das Herz kann dich leiten zu deinem Wesenskern. Wie die meisten tiefen Weisheiten klingt das kinderleicht. Stattdessen gelingt es wenigen, dem eigenen Herzen eine Stimme zu verleihen oder Zugang zu seinem Inneren zu finden. Das Herz spricht leise zu dir. Ohne dass man Ruhe und Friede schafft, sich der eigenen, inneren Welt zuzuwenden, um sein Inneres abzutasten, wird das Herz keine Richtung weisen. Immer grätscht der Kopf dazwischen, findet bald ein Argument für diese oder jene Seite, springt wie ein Affe im Käfig, fädelt ohne Unterlaß einen Gedanken an den nächsten - der Kopf zeigt endlos Perspektiven auf aber keine Lösung.

Es gilt, Kopf und Herz - dieses Paradox - zu vereinen. Zu viel Bauch macht gefühlsdusselelig, zu viel Hirn schreddert in Details. Dabei hat das Herz Gründe, die der Kopf nicht versteht. Das bedeutet, den Verstand wird lediglich dafür benötigt, um den Herz zu helfen, sich auszudrücken. Es braucht die Mithilfe des Kopfes um zu formulieren.  Wie fühle ich mich gerade? Wie ging es mir mit der Situation? Fand ich gut, wie ich das gemacht habe? Gewissenserforschung, abends im Bett: bin ich meiner Vorstellung von mir selbst gerecht geworden? Sein eigener Kritiker und Mentor zugleich sein, vor sich selbst bestehen können*Höher als alles Vielwissen stelle ich die Selbstkontrolle, die absolute Skepsis, sich selbst gegenüber*, nennt es Christian Morgenstern.

Wer zu lange als Kopffüßer unterwegs ist, wird vom Kopfdenken nicht mehr loskommen - affektgesteuert, triebgesteuert, egozentrisch, mechanisch, gefühlstot. Wer sich darin ein Mal verfangen hat, wird den Rückwärtsgang kaum noch finden. Wenn der Herzschlag zu lange nicht mehr wahrgenommen wurde, kommen die Impulse zum Handeln nicht mehr aus dem eigenen Inneren,

Für diesen Draht zu sich selbst und seinen Gefühlen, muss man etwas tun. Regelmäßigkeit - auch eines dieser Zauberworte - consistency. Jeden Tag einen Apfel zu essen, macht den Unterschied. Jeden Tag aufs Neue danach zu streben, sich und seinen Werten treu zu bleiben, vielleicht sogar einem höheren Ideal zu dienen. Es braucht den Wunsch, liebesfähig zu werden. Es braucht Herzensbildung. Diese als Schulfach zu etablieren, davon träumt der Dalia Lama und stellt mit diesem Wunsch Ethik über  Religion. Ziel sollte sein, sich mehr als Menschheitsfamilie zu begreifen: 

*Ob wir wollen oder nicht: wir müssen miteinander leben. Geschwisterlich zusammenleben ist der einzige Weg zu Frieden, Mitgefühl, Achtsamkeit, Furchtlosigkeit und mehr Warmherzigkeit. Wenn wir voller Hass, Angst und Zweifel sind, bleibt die Tür zu unserem Herzen verschlossen. In Unfrieden mit sich und anderen zu leben, ist weder intelligent noch gesund. Über die Entwicklung unserer inneren Werte besteht aber immer die Möglichkeit, dass wir glückliche Menschen werden, eine glückliche Beziehung haben und in einer glücklichen Gesellschaft leben.*

An diese Gedanken mag ich noch Schillers *der Schlüssel* hängen, der in einem so wunderbar prägnanten wie schlichten Zweizeiler zusammenfaßt, wie eine Herzenssprache zu entwickeln ist - für alle, die wie ich mit der Hand auf dem Herz verrecken wollen moi, j'veux crever la main sur le cœur (siehe meine Hymne von Zaz)

*Willst du dich selbst erkennen, so sieh, wie die anderen es treiben,
willst du die anderen verstehn, blick in dein eigenes Herz.*

(Schiller)


****     Schönen 4. Advent euch    ****


Adventskalender♥️20

Samstag, 20. Dezember 2025

 

Was wäre denn die Alternative, also die Entscheidung GEGEN Liebe. Dass man das triebhafte Tier lebt. Situationship oder so. Dass man sich selbst immer der Nächste ist. Jeder benutzt jeden. Dass man die Sexualität benutzt, um sich in der Karriereleiter nach oben zu bumsen. Dass man sich mit Emotionen, den Schaum auf der Welle begnügt und keine Ahnung hat von der Tiefe des Ozeans. Dass man sich auslebt, als gäbs kein Morgen, als gäbs niemand anderes auf der Welt... Dass Ernsthaftigkeit eingetauscht wird gegen kurzes Vergnügen. Dass man eigene Bedürfnisse befriedigt - unerkannt und ungesehen? Ich weiß es nicht... Liebe braucht Werte; das ist ihr Anker. 

Jetzt - mit der neuen Zeit - öffnen sich neue Möglichkeiten. Polyamor, offene Beziehung oder was noch alles an Vorschlägen auf dem Tisch liegt. Frau und Mann werden sich völlig frei basteln können, was für Konstellationen sie sich wünschen - und dann schauen können, ob sie damit besser fahren und glücklicher werden. Jeder macht die Erfahrung, die er sucht. 

Ihr wißt, wie könnte ich es verheimlichen, ziehe ich ja zu gerne meinen Goethe zu rate, der zu allem was Kluges beizutragen hat. Goethe ist ein strikter Befürworter der Ehe gewesen, spielte in Wahlverwandtschaften mit der Idee, dass das Eheversprechen alle 5 Jahre erneuert werden müßte, damit Paar gar nicht erst in Schieflage gerät wie siehe Türchen 18.

Immer mit der Einschränkung man hat eine gute Partnerwahl getroffen, immer das anständige Gegenüber vorausgesetzt, dann gibt es auch in meiner Vorstellung keine idealeren Bedingungen, um sich selbst immer besser kennenzulernen, um mehr und mehr sich selbst zu sein, um gemeinsam mit einem Anderen zu wachsen, zugebend, abgebend - stetig hinwärts strebend zu einer gewandelten, besseren Version seiner selbst.


*Die Ehe ist der Anfang und der Gipfel jeder Kultur. Sie macht den Rohen mild, und der Gebildetste hat keine bessere Gelegenheit, seine Milde zu beweisen. Unauflöslich muß sie sein; denn sie bringt so vieles Glück, daß alles einzelne Unglück dagegen gar nicht zu rechcnen ist. Und was will man von Unglück reden? Ungeduld ist es, die den Menschen von Zeit zu Zeit anfällt, und dann beliebt er sich unglücklich zu finden. Lasse man den Augenblick vorübergehen, und man wird sich glücklich preisen, dass ein so lange Bestandenes noch besteht. Sich zu trennen gibts gar keinen hinlänglichen Grund. Der menschliche Zustand ist so hoch in Leiden und Freuden gesetzt, daß gar nicht berechnet werden kann, was ein Paar Gatten einander schuldig werden. Ei ist eine unendliche Schuld, die nur durch die Ewigkeit abtragen werden kann. Unbequem mag es manchmal sein, das glaub ich wohl, und das ist eben reicht. Sind wir nicht auch mit dem Gewissen verheiratet, das wir oft gerne los sein möchten, weil es unbequemer ist, als uns je ein Mann oder eine Frau werden könnten?* (Goethe)

Türchen 20 meines Liebeslied-Adventskalenders mit Wohlfühl-Sade:


Adventskalender♥️19

Freitag, 19. Dezember 2025

©Insta -Eva Maria Berg
 

Sehnsucht - eines dieser tiefen Herzschmerz-Gefühlen. Ich kenns, ich fühls. Dieses Gefühl, sich nicht ganz zu fühlen ohne den anderen. Dieses unerfüllte Bedürfnis nach Nähe zu dem Geliebten.

Zwei Gedichte fallen mir zum Thema *Sehnsucht* ein. Zum einen *Ohne Dich* von Erich Fried, in dem der Schmerz so greifbar wird weil unvollständig ohne den anderen.


Nicht nichts 
ohne dich
aber nicht dasselbe
....
Nicht nichts
ohne dich
aber vielleicht weniger
....
Nicht nichts
aber weniger
 und weniger
....
Vielleicht nicht nichts
ohne dich
aber nicht mehr viel mehr
(Erich Fried)


Und das andere Gedicht ist das bekannte Gedicht von Goethe - mein Lieblingsliebesgedicht. Wie schön, wie durch und durch romantisch und wie eigentlich logisch diese Grundidee, dass Mensch in einer polar angelegten Welt als Duo angedacht ist, als Einheit in der Zweiheit.


Gingko Biloba
....
Dieses Baumes Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie's den Wissenden erbaut
....
Ist es Ein lebendig Wesen,
das sich in sich selbst getrennt,
sind es zwei, die sich erlesen,
dass man sie als Eines kennt?
...
Solche Fragen zu erwiedern
fand ich wohl den rechten Sinn
fühlst du nicht an meinen Liedern,
dass ich Eins und doppelt bin.
....
(Goethe)